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Wertpapiere und Verwahrung

Brokerage

Kundenaufträge werden über regulierte Broker und elektronische Handelsplattformen ausgeführt. Agenturbroker wie Bloomberg Tradebook, ein Unternehmen der Bloomberg L.P., veranschaulichen, wie dieses Modell funktioniert:

  1. Agency-Broker-Modell:
    • Bloomberg Tradebook fungiert als Agency-Broker, das heißt, es handelt als Mittler zwischen Käufern und Verkäufern an den Finanzmärkten.
    • Anders als ein als Eigenhändler tätiger Broker nimmt sie keine Positionen im Markt auf eigene Rechnung ein. Stattdessen führt sie Aufträge im Namen ihrer Kunden aus.
  2. Elektronische Handelsplattform:
    • Tradebook bietet eine elektronische Handelsplattform für Instrumente wie Aktien, Optionen und Terminkontrakte (das Devisengeschäft wurde 2017 eingestellt).
    • Die Plattform bietet direkten Marktzugang (Direct Market Access, DMA) sowie algorithmische Handelsoptionen, um eine effiziente Handelsausführung zu ermöglichen.
  3. Algorithmischer Handel:
    • Algorithmische Strategien automatisieren die Ausführung von Aufträgen und passen sich dabei den Marktbedingungen und den Zielen des Kunden an.
    • Diese Algorithmen können dazu beitragen, bessere Preise zu erzielen, die Marktwirkung zu steuern und große Aufträge effizient auszuführen.
  4. Auftragsausführung:
    • Kunden erteilen ihre Aufträge über die Tradebook-Plattform. Diese Aufträge können je nach Strategie und Auftragsart direkt an die Börsen weitergeleitet oder über alternative Handelssysteme (ATS) bzw. Dark Pools ausgeführt werden.
    • Tradebook verarbeitet diese Aufträge mit dem Ziel, die bestmögliche Ausführung hinsichtlich Geschwindigkeit, Preis und Ordergröße zu erreichen.
  5. Anbindung an das Bloomberg Terminal:
    • Die Integration in das Bloomberg Terminal gewährt Tradebook-Nutzern Zugang zu den vollständigen Marktdaten, Analysen und Nachrichten von Bloomberg. Diese Integration ermöglicht fundierte Handelsentscheidungen und eine reibungslose Ausführung von Geschäften.
  6. Globale Reichweite:
    • Tradebook ist weltweit tätig und bietet Zugang zu den wichtigsten Märkten der Welt. Diese internationale Präsenz ermöglicht es Kunden, über eine einzige Plattform an mehreren Märkten zu handeln.
  7. Compliance und Berichterstattung:
    • Die Plattform umfasst Funktionen zur Unterstützung der Kunden bei der Einhaltung regulatorischer Anforderungen, darunter Instrumente für die Meldung von Transaktionen und das Risikomanagement.
    • Diese Funktionen stellen sicher, dass Kunden die jeweils geltenden Handelsvorschriften in den verschiedenen Märkten einhalten.
  8. Kundenservice:
    • Bloomberg Tradebook bietet zudem Mehrwertdienste wie Handelsberatung, Markteinblicke und technischen Support und verbessert so das gesamte Handelserlebnis seiner Kunden.

Alternative Handelssysteme (Alternative Trading Systems, ATS)

  1. Definition: Ein ATS ist ein Handelsplatz, der Käufer und Verkäufer für Transaktionen in Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren zusammenführt. Er operiert außerhalb der traditionellen öffentlichen Börsen.
  2. Regulierung: In den Vereinigten Staaten registrieren sich ATS als Broker-Dealer und unterliegen der Regulation ATS der SEC. In der EU sind vergleichbare Handelsplätze multilaterale und organisierte Handelssysteme (MTFs und OTFs) nach MiFID II; MiFID II begrenzt das Dark Trading durch die doppelte Volumenobergrenze (Double Volume Cap).
  3. Teilnehmer: ATS werden typischerweise von großen institutionellen Anlegern genutzt. Sie bieten diesen Anlegern eine Plattform, um große Wertpapiervolumina zu handeln, ohne den Marktpreis wesentlich zu beeinflussen.
  4. Transparenz und Berichterstattung: Alternative Handelssysteme (ATS) sind in der Regel weniger transparent als öffentliche Börsen. Sie müssen zwar ausgeführte Geschäfte melden, legen jedoch nicht stets Informationen zu offenen Aufträgen oder zur Identität der beteiligten Parteien offen.
  5. Arten: Zu den ATS zählen elektronische Kommunikationsnetzwerke (ECNs), Crossing-Netzwerke und Dark Pools (die eine Untergruppe der ATS darstellen).

Dark Pools

  1. Definition: Ein Dark Pool ist eine Art alternatives Handelssystem (ATS), das speziell dafür konzipiert ist, den Handel mit Wertpapieren in einem privaten, anonymen Umfeld zu ermöglichen.
  2. Zweck: Das Hauptziel von Dark Pools ist es, institutionellen Anlegern den Handel mit großen Wertpapierblöcken zu ermöglichen, ohne ihre Absichten dem öffentlichen Markt offenzulegen und so die Marktauswirkungen zu minimieren.
  3. Mangelnde Transparenz: Aufträge in Dark Pools sind für andere Marktteilnehmer nicht sichtbar. Die Preise können sich an den Kursen öffentlicher Börsen orientieren, die tatsächlichen Aufträge werden jedoch vor der Ausführung nicht angezeigt.
  4. Betrieb: Dark Pools werden von unterschiedlichen Akteuren betrieben, darunter große Broker-Dealer, unabhängige Unternehmen und mitunter die Börsen selbst.
  5. Kontroversen und Regulierung: Dark Pools stehen im Fokus aufsichtsrechtlicher Prüfung und sind umstritten. Sie bieten zwar Vorteile wie geringere Marktauswirkungen und verbesserte Preisbildung bei Großaufträgen, doch ihre mangelnde Transparenz hat Bedenken hinsichtlich möglicher unfairer Vorteile und Marktmanipulation geweckt.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

  • Gemeinsamkeiten: Sowohl alternative Handelssysteme (ATS) als auch Dark Pools arbeiten außerhalb der herkömmlichen öffentlichen Börsen und werden vor allem von institutionellen Anlegern genutzt.
  • Unterschiede: Dark Pools sind eine besondere Art von ATS mit stärkerem Fokus auf Anonymität; sie sind speziell dafür konzipiert, große Wertpapierblöcke zu handeln, ohne die Absichten gegenüber dem Markt offenzulegen.

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